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Für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Ernährungssystem und eine ganzheitliche Ernährungspolitik

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Am 8. Oktober wird unsere offizielle Kickoff-Veranstaltung in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth stattfinden. Los geht’s um 14 Uhr mit einer Vorstellung
des Ernährungsrates, Reden und einem vielfältigen kulinarischen Programm.
Herzlich willkommen!

Unser Selbstverständnis

Der Ernährungsrat Oberfranken versteht sich als Treiber, Motor und Moderator der Ernährungswende in Oberfranken. Sein Ziel ist es, ein resilientes,
gerechtes und gemeinwohlorientiertes Ernährungssystem in Oberfranken zu etablieren, das saisonale und regionale Lebensmittel aus fairer und ökologischer Herstellung fördert. Dazu bringt er Akteure aus der ganzen Lebensmittelwertschöpfungskette an einen Tisch, von Landwirtschaft über Lebensmittelhandwerk, Einzelhandel, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Verbraucher. Gleichzeitig bildet er die Koordinierungsstelle entstehender kommunaler Ernährungsräte und Initiativen in Oberfranken.

In dieser Rolle sind die Hauptaufgaben des Ernährungsrat Oberfranken:

„Der Ernährungsrat Oberfranken möchte ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Ernährungssystem aufbauen und setzt sich für eine ganzheitliche Ernährungspolitik ein.“
(Aus dem Selbstverständnis des Ernährungsrat Oberfranken)

Wir brauchen eine Ernährungswende !

Unser derzeitiges System der Lebensmittelversorgung trägt in großem Maße zum Überschreiten vieler planetarer Leitplanken bei und hat enorme negative Umwelt-auswirkungen (Artensterben, Schadstoffeinträge ins Grundwasser, Bodendegradation) . Der Ernährungssektor ist global für ca. 40% der Treibhausgasemissionen verantwortlich (darunter fallen nicht nur die Landwirtschaft und Landnutzung, sondern auch die Verarbeitung, der Transport, die Lagerung und die Entsorgung von Lebensmitteln). Unser Lebensmittelsystem ist daher ein maßgeblicher Treiber für Klimawandel, gleichzeitig aber auch unmittelbares Opfer, denn Extremwetterereignisse haben unmittelbaren Einfluss auf unsere Lebensmittelproduktion.

Der einseitige Fokus auf Exportorientierung und billige Massenproduktion hat zum Sterben von kleinbäuerlichen und lebensmittelhandwrklichen Betrieben und einer damit einhergehenden
Monopolisierung und Machtkonzentration in der Lebensmittelindustrie geführt. Das resultiert in Vulnerabilität, Abhängigkeiten, mangelnder Transparenz über die Herkunft von Lebensmittel, Anonymisierung und Entfremdung von Erzeuger:innen und Konsument:innen. Eine Folge der Exportorientierung ist, dass Ernährungspolitik vorwiegend auf europäischer Ebene betrieben und nicht als (kommunal-) politisches Aufgabenfeld betrachtet wird.

Diese Probleme zeigen, dass wir dringend eine Agrar- und Ernährungswende brauchen. Eine solche Ernährungswende muss die systemische Komplexität unseres jetzigen Ernährungssystems adressieren und ein krisenfestes, resilientes und faires System aufbauen.

Zu einer Ernährungswende gehören daher:

  • Regionalisierung der landwirtschaftlichen Produktion und Fokus auf saisonale Versorgung
  • Ausbau der ökologischen Landwirtschaft
  • Förderung und Erhalt regionaler Produktions- und Verarbeitungsstrukturen
  • Die Schließung von Kreisläufen durch den Aufbau von regionalen Wertschöpfungskreisläufen
  • Überwindung der Logik „Produktivitätssteigerung um jeden Preis“
  • Veränderung unserer Konsumgewohnheiten (insb. Verringerung Fleischkonsum)
  • Wertschätzung für Lebensmittel erhöhen, Überwindung der Entfremdung zwischen Erzeugung und Verbrauch
  • Reduzierung der Lebensmittelverschwendung
  • Lebensmittelversorgung als Querschnittsthema in die städtische Planung integrieren
Lebensmittelkreislauf Website_2-01

Der Ernährungsrat: Rat der Räte

Der Ernährungsrat Oberfranken versteht sich als Rat der Räte. Damit ist gemeint, dass er einerseits als oberfrankenweites Organ die Entstehung einzelner lokaler Ernährungsräte (z . B. auf Ebene der Landkreise oder Kommunen) unterstützt und andererseits über Delegierte ihre Arbeit zusammenführt. Hierdurch sollen Synergieeffekte befördert werden.

Sowohl im Ernährungsrat Oberfranken als auch in den lokalen Ernährungsräten sollen Akteure der ganzen Lebensmittelwertschöpfungskette mitwirken, die sich dann wiederum konkreten Projekten widmen können. Auf Oberfranken-Ebene haben sich hierzu bereits verschiedene Arbeitskreise gebildet und ihre Arbeit aufgenommen:

  • AK Öffentlichkeitsarbeit
  • AK NAHrungsnetzwerk
  • AK Gemeinschaftsverpflegung
  • AK Adressierung von Kommunen
  • AK Lebensmittelverschwendung

Gemeinsames Ziel der Ernährungsräte Oberfranken ist es, Ernährungspolitik wieder auf die kommunalpolitische Agenda zu bringen. Die Ernährungsräte Oberfranken suchen hierfür explizit den Schulterschluss mit Politik und Verwaltung.

Illustration: Isabelle Göntgen

Interessiert?

Sie können sich auf verschiedene Arten beim Ernährungsrat Oberfranken beteiligen. Für allgemeine Fragen und Kooperationsanfragen sind wir unter info@ernaehrungsrat-oberfranken.de erreichbar. Darüber hinaus gibt es die folgenden Möglichkeiten:

Sie möchten eine Ernährungswende in Ihrer Gemeinde bzw. Ihrem Landkreis vorantreiben und sich lokal für ein nachhaltiges Ernährungssystem einsetzen? Engagieren Sie sich in den lokalen Ernährungsräten! Eine Liste der bestehenden lokalen Ernährungsräte in Oberfranken finden Sie bald [hier].

In Ihrer Gemeinde gibt es noch keinen eigenen Ernährungsrat, Sie möchten sich aber trotzdem lokal engagieren? Schließen Sie sich mit Menschen aus Ihrer Stadt/Gemeinde zusammen und initiieren Sie einen eigenen Ernährungsrat. Wir untersützen Sie gerne bei der Gründung.

Sie möchten die Ernährungswende in ganz Oberfranken begleiten und gestalten oder haben Interesse an der Mitarbeit in einem Arbeitskreis? Als Rat der Räte unterstützen wir die lokalen Ernährungsräte und agieren überregional. Wenn Sie hier aktiv werden möchten, senden Sie uns eine Nachricht an info@ernaehrungsrat-oberfranken.de.