Logistikstrukturen für bio-regionale Lebensmittel in Oberfrankens Kantinen
Am 16. Dezember von 10-16 Uhr fand die vierte Initialveranstaltung des Projektes „Nahrungsnetzwerk Oberfranken- bioregionale Logistik für die AHV“ zum Thema Logistik statt. Der Ernährungsrat lud Landwirte mit Lager- und Logistikkapazitäten, Gemüsekisten und Kleinlogistiker, Großhandel und Makrologistiker, Maschinenringe sowie Küchen der AHV und Akteure aus Oberfrankens Verwaltungen ein, die folgende Frage zu bearbeiten: „Wie schaffen wir es, eine tragfähige Logistik für bioregionale Produkte in Oberfranken aufzubauen, die Bestellungen und Rechnungslegung bündelt?„
Als Expertinnen und Experten waren Ulrike Ziggel von Die Meck Schweizer aus Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Treml von der Regiothek aus Passau, Johann Stibich vom digitalen Landgenuss aus Cham und Josef Winkler von der Landkamer GmbH aus dem Landkreis Ebersberg vor Ort und berichteten aus ihrer Praxis. Im Vordergrund stand das Thema: Wie können regionale Logistikstrukturen durch Online-Handelsplattformen mitgedacht werden? Was können wir aus anderen Regionen für unser Vorhaben in Oberfranken lernen? Macht eine Plattform für Oberfranken Sinn und was müssen wir beim Aufbau von Logistikstrukturen beachten?
Fragen nach Finanzierung der Plattformen, Anteil der Logistikkosten am Verkaufspreis und die Integration von gebündelten Logistikleistungen- und Rechnungen in die Plattform bildeten den Schwerpunkt der Impluse und Diskussionen.
Hintergrund
Vorausgegangen waren die Erfahrungen aus der Bio-Regio-Woche, die Ende Oktober 2025 im Rahmen des Projekts stattgefunden hat. Durch die Belieferung von 3 Kantinen mit Produkten von 14 landwirtschaftlichen Betrieben aus Oberfranken ist die Notwendigkeit eines Systems deutlich geworden, welches den Direktkontakt zwischen Landwirtschaft und Küche ermöglicht und gleichzeitig die Logistik koordiniert. Denn die aktuellen Vernetzungsarbeiten, die im ersten Durchlauf durch persönliche Absprachen stattgefunden haben und durch das Wertschöpfungsketten-Management des Ernährungsrates durchgeführt wurden, sind auf Dauer nicht wirtschaftlich tragbar.
Austausch entlang der Wertschöpfungskette
Um diese Themen ging es auch auf der anschließenden Podiumsdiskussion: Welche Bausteine braucht es, um die regionalen Anforderungen bearbeiten zu können? Die größte Herausforderung wird darin gesehen, Großabnehmer und kleine Küchen gleichzeitig zu beliefern und Groß- und Kleinmengen zu bündeln. Logistikstrukturen müssen diese Unterschiede abbilden können, weshalb sowohl Makro- als auch Mikrologistiker gebraucht werden. Gemeinsame Anbauplanungen zwischen Kantinen und Landwirten und gezielte Transportkooperationen sowie die Verknüpfung von Mikro- und Makrologistik können hier Lösungswege sein.
In den anschließenden Kleingruppen wurden nächste Schritte diskutiert und angedacht:
- Um Transportkooperationen aufbauen zu können, braucht es Wissen darüber, wo Logistikfahrten schon stattfinden. Aus diesem Grund wurde eine Bestandsaufnahme von Mikro- und Makrologistikern durchgeführt, die neben Liefergebieten auch Liefertage, freie Kapazitäten und Lieferbedingungen beinhaltete.
- Eine Plattform benötigt einen Träger. Wer dieser Träger sein kann, welche Haftungsansprüche an ihn gestellt werden und wie die „Kümmerer“-Funktion ausgefüllt werden kann, wurde in der zweiten Kleingruppe besprochen.
Fazit
Das Interesse an dem Projekt war groß, sowohl Makro- als auch Mikrologistiker zeigten Interesse, Kooperationen aufzubauen. Die Veranstaltung hat einen guten Grundstein für weiteren Austausch und Kooperationsgespräche gelegt. Diese sollen für die kommende Bio-Regio-Woche im Juli 2026 weiter ausgebaut und durch weitere Runde Tische im Rahmen des Projekts fortgeführt werden. Außerdem steht im Raum, probeweise eine Plattform für die nächste Bioregio-Woche auszuprobieren. Darauf aufbauend sollen dauerhafte Strukturen aufgesetzt werden.
Wir möchten uns hiermit bei DACHSER SE in Hof bedanken, dass wir in ihren Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfinden lassen konnten und durch die anschließende Führung durch das Zentrum einen interessanten Einblick in die Arbeitsabläufe eines Großlogistikers erhalten haben.




