AK Lebensmittelverschwendung
Unser Antrieb & unsere Anliegen
Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr allein in Deutschland im Müll – das sind etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel1 – entlang unterschiedlicher Stufen im Ernährungssystem. Die Folgen: unnötige Tierhaltung und Schlachtung, verschwendete Energie, Arbeitskraft und Anbaufläche – und ein erheblicher Beitrag zu den CO₂-Emissionen (4–8 % des gesamten Ausstoßes). Studien zeigen: Die Hälfte dieser Verschwendung wäre vermeidbar.
Gleichzeitig ist das Ernährungssystem träge: Eingefahrene Routinen, gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Zwänge machen Veränderungen oft schwer.2
Hinzu kommt, dass die Wertschätzung von Lebensmitteln vor allem angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten und zunehmender Ernährungsunsicherheit auch in einem wohlhabenden Land wie Deutschland immer mehr in den gesellschaftlichen Fokus rückt.
Genau hier setzen wir an – als Ernährungsrat Oberfranken möchten wir lokale, praxisnahe Ansätze entwickeln, die zeigen, dass Veränderung möglich ist und von der Zivilgesellschaft unterstützt wird.
Was wir tun
Unser Arbeitskreis Lebensmittelverschwendung setzt sich dafür ein, dass weniger Lebensmittel und Essen sinnlos im Müll landen und diese wertvollen „Lebens-Mittel“ wieder mehr Wertschätzung erfahren und ihrem eigentlichen Zweck dienen: Menschen ernähren.
- Sensibilisieren – z. B. mit öffentlichen Veranstaltungen, Vorträgen oder Gesprächen mit lokalen Akteuren
- Praktische Lösungen fördern – etwa durch Impulse für neue betriebsinterne Maßnahmen zur Vermeidung und Weiternutzung überschüssiger Lebensmittel u.a. mit Software oder für neue Abnahmestellen für überschüssige Lebensmittel
- Vernetzen – von der Landwirtschaft bis zur Gastronomie
So schaffen wir Bewusstsein und inspirieren zu konkreten Handlungsmöglichkeiten.
Aktuelles
Derzeit führen wir eine Reihe von Gesprächsinterviews mit Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch – mit Fokus auf Handels- und Gastronomiebetriebe.
Ziele des Projekts:
- den Ist-Zustand erfassen: Wo entstehen Lebensmittelreste/-überschüsse und in welcher Form?
- Handlungsfelder und gute Maßnahmenbeispiele vor Ort in Oberfranken identifizieren
- eine Grundlage für eine „Strategie Oberfranken gegen Lebensmittelverschwendung“ schaffen, die auch Vorbild für andere Regionen werden kann (Skalierbarkeit)
Mit den Gesprächen möchten wir Erfahrungen sammeln, Perspektiven hören und Lösungen sichtbar machen. Dadurch sollen die Potenziale der Akteure dort gefördert werden, wo es möglich ist und wo sie es auch selbst wollen und können. Es soll nicht darum gehen, die Akteure zu bevormunden und zu kontrollieren. Im Anschluss sollen die Ergebnisse in Vernetzungs- und Modellprojekte einfließen.
Wer wir sind
Die Arbeitskreise des Ernährungsrats leben von den Menschen, die ihn tragen. So auch der AK Lebensmittelverschwendung: Die Mitglieder kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion über Gastronomie und Handel bis hin zu Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Diese Vielfalt ermöglicht es uns, praktische Lösungen zu entwickeln, die nah an der Realität sind und in Oberfranken wirklich funktionieren.
Der Arbeitskreis ist offen für neue Mitglieder. Wer Praxiserfahrung mitbringt und/oder Lust hat, sich einzubringen und etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun, ist herzlich willkommen!
Der AK Lebensmittelverschwendung trifft sich jeden letzten Mittwoch im Monat um 17 Uhr (meist online).
Wir freuen uns auf weitere Mitglieder!
Kontakt: info@ernaehrungsrat-oberfranken.de
(Foto des Arbeitskreises folgt)
1 AKTUELLE ZAHLEN ZU LEBENSMITTELABFÄLLEN IN DEUTSCHLAND
2 IDENTIFIKATION, BEWERTUNG SOWIEHANDLUNGSEMPFEHLUNGEN ZU RECHTLICHENHEMMNISSEN BEI DER VERMEIDUNG VONLEBENSMITTELABFÄLLEN UND WEITERGABE VON LEBENSMITTELSPENDEN