Nahrungsnetzwerk Oberfranken
Logistiknetzwerk für bio-regionale Wertschöpfungsketten
Die Ernährungswende in Oberfranken voranzubringen bedeutet mehr bio-regionale Lebensmittel in der Region anzubauen, weiter zu verarbeiten und auf die Teller zu bringen. Dafür sind direkte Kontakte zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Konsumen grundlegend. Dabei ist der zentrale Hebel der Aufbau einer Logistikstruktur, die der Heterogenität des ländlichen Raums Oberfrankens gerecht wird und Mikro- und Makro-Logistik verbindet. Um diese bio-regionalen Wertschöpfungskreisläufe aufzubauen, braucht es eine Menge Zeit und Arbeit, die im reinen Ehrenamt auf Dauer schwer zu leisten ist.
Aus diesem Grund hat sich der Ernährungsrat Oberfranken für eine Stelle einer/s Bio-Wertschöpfungskettenmanager:in (Gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) beworben. Dabei konnte finanzielle Unterstützung der Oberfrankenstiftung gewonnen werden.
Seit dem 1. Mai 2024 ist das Projekt „Nahrungsnetzwerk Oberfranken: Bio-regionale Logistik für die Außer-Haus-Verpflegung“ gestartet. Somit arbeiten wir jetzt 3 Jahre lang daran, die Versorgung in der AHV, z.B. in Schulkantinen, Kitas, Betriebskantinen, Mensen oder Kliniken, ökologischer und nachhaltiger zu gestalten.
Ziel des Projektes ist es, tragfähige Logistikstrukturen mit Zwischenlagern aufzubauen. Dazu sind wir auf der Suche nach geeigneten Palttformen, welche die Herausforderungen von Rechnungslegung, Bündelung von Waren, Nachvollziehbarkeit von Kühlketten, etc. lösen. Unser Wunsch ist es, dass Kantinen und Erzeuger in direkten Kontakt miteinander treten und Preise auf Augenhöhe und in gegenseitigem Verständnis ausgehandelt werden. Wir wollen Kantinen aus Kitas, Schulen und Altenpflege unterstützen, ihre Menüplanung auf bio-regionale Produkte umzustellen.
Das Koordinationsbüro
Mit der Bewilligung ist der Ernährungsrat nun auch das erste Mal Arbeitgeber: Wir begrüßen Julia Marx als unseren Bio-Wertschöpfungsketten-Manager und Maria-Clara Hoh in der Projekt-Mitarbeit. Zusammen bilden Sie das Koordinationsbüro für das Projekt. In enger Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen des Ernährungsrates, der Vorstandsgruppe und unseren Netzwerken arbeiten wir nun noch intensiver an der Vernetzung oberfränkischer Akteur:innen und am Aufbau regionaler Kreisläufe entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette, insbesondere für die Versorgung in der Gemeinschaftsverpflegung.
Der Ablauf des Projekts
Das Projekt läuft bis 2027. In diesen 3 Jahren Laufzeit wollen wir Wertschöpfungsketten und Akteursnetzwerke aufbauen, die die Versorgung in der AHV durch immer mehr bio-regionale Produkte ergänzt. Was haben wir genau vor?
Initial-veranstaltungen
Zu Beginn wollen wir alle interessierten oberfränkischen Akteur:innen aus der Landwirtschaft, Weiterverarbeitung, Logistik, Gemeinschaftsverpflegung, (Lokal-) Politik und Verwaltung zu jeweil eigenen Initialveranstaltungen einladen. Ein gemeinsamer Auftakt, in welchem Bedarfe gesammelt und Lösungen vorgestellt werden, ist wichtig für eine gute Kooperation.
Runde Tische
Gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit funktioniert durch einen regelmäßigen Austausch und Weiterbildung! So wollen wir uns für die einzelnen Themen und Projekte in unterschiedlichen Interessiertengruppen regelmäßig austauschen, voneinander lernen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Themen können u.a. sein: Produktgruppen, Planung von Liefergemeinschaften, Aufbau einer Logistik-Plattform...
Pilotprojekt: Bio-Regio-Woche
Den Aufbau von Wertschöpfungsketten bedeutet die Umstellung des Speiseplans, Suche nach Erzeuger:innen, Aufbau von Logistikrouten. Diese werden probeweise in einem Pilotprojekt mit ausgewählten Küchen und Logistikern umgesetzt. Das Ziel: Hürden identifizieren, die eine langfrsitige Kooperation verhinden um im Anschluss diese zu bearbeiten.
Verstetigung und Aufbau Kooperationen
Aus dem Austausch, dem intensiven Arbeiten in Runden Tischen und durch die Bio-Regio_woche bauen wir Kooperationen und Lieferbeziehungen auf, die Schul-, Uni- oder Büro-Kantinen mit bio-regionalen Lebensmitteln versorgen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Verknüpfung von Mikro- und Makro-Logistik.
Unsere nächsten Termine:
Sobald ein neuer Termin feststeht finden Sie die Terminankündigung hier.
Vergangene Termine
Der Ernährungsrat Oberfranken kümmert sich um die Versorgung von Kitas und Schulen mit bioregionalen Lebensmitteln. Dabei stoßen wir immer wieder auf die Hürde, dass es in Oberfranken nicht genug Gemüse, geschweige denn in Bioqualität gibt – außerdem mangelt es an möglichen Lagerstätten zum Aufbau von regionalen Liefersystemen.
Diese Tagung zeigt auf, wie Kommunen den Anbau und die Vermarktung nachhaltiger Lebensmittel durch eine gezielte Verpachtung kommunaler Flächen und Leerstand unterstützen können. Dazu wird es einen Impuls von Ackerwert geben, außerdem haben wir die Stadt Leipzig angefragt, ihren Kriterienkataloge zur Gemeinwohlverpachtung vorzustellen. Von der Stadt Hollfeld lernen wir anhand des Sanierungsprojekt Spital, wie eine Stadt sich vorbildlich um eine sinnvolle Leerstandsnutzung kümmern kann. Im Anschluss wollen wir gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern aus allen Landkreisen Oberfrankens und Großgrundbesitzern konkrete Umsetzungs-möglichkeiten für eine nachhaltigere Verpachtung als Hebel für eine Ernährungswende diskutieren. Diese fließen in die Resolution der RegioCOP 25 ein.
Anmeldung unter: https://regiocop.de/2025-tk-ernaehrung-und-landwirtschaft/
Die Bio-Regio-Woche fand vom 19-24. Oktober statt. Zusammen mit 3 Einrichtungen und 14 Landwirten wurde eine Woche bio-regional gekocht! Mehr zu dem Pilotprojekt finden Sie unter: https://www.ernaehrungsrat-oberfranken.de/regio-woche/ Aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen und mit weiteren interessierten Küchen zusammen eine zweite Regio-Woche für den Sommer 2026 planen. Bei Interesse schreiben Sie uns gerne unter info@ernaehrungsrat-oberfranken.de
Datum: 10. November 2025, 10-13 Uhr
Ort: Bayreuth
Wir freuen uns über Ihr Kommen!
Zu den vergangenen Veranstaltungen
Für eine ökologische und regionale Versorgung müssen alle Schritte der Lebensmittelwertschöpfungskette vernetzt werden: Vom Saatgut, zur lokalen Land-, Forst-, Teich- und Viehwirtschaft, der regionalen Weiterverarbeitung und dem Lebensmittelhandwerk, über die Logistik bis zu Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung! Alle Bereiche müssen für eine gute Kooperation an einen Tisch gebracht werden. Auch die (Lokal-)Politik und -Verwaltungen spielen mit ihren Vorgaben und Handlungsspielräumen (wie z.B. bei Ausschreibungen) eine entscheidende Rolle.
Um den Umstieg auf eine ökologische Anbauweise zu erleichtern, sind sichere Absatzmärkte ein großer Hebel. Die Außer-Haus-Verpflegung spielt eine wichtige Rolle, da immer mehr Menschen dort essen und somit große Mengen an Produkten benötigt werden. Regelmäßige Lieferbeziehungen können somit aufgebaut werden und ermöglichen eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft in der Region.
Oberfranken ist traditionell eine Region, die landwirtschaftlich für Grünland, sowie für Getreide und Kartoffeln gute Standortbedingungen bereit hält. Auch ist vereinzelt Gemüseanbau möglich. Alles was nicht von oberfränkischen Erzeuger:innen bezogen werden kann, soll durch überregionale Lieferstrukturen für Bio-Lebensmittel ergänzt werden. Auch hier ist ein Ziel möglichst regionale, ökologische, faire und verantwortungsvolle Quellen heranzuziehen. Um diese Verbindung geschickt aufzubauen, brauchen wir vermehrt Hubs und Lagerplätze für bio-regionale Lebensmittel in der Region.
Damit die Liefersicherheit für Großküchen gewährleistet werden kann, ist ein Netzwerk aus Landwirt:innen, Weiterverarbeiter:innen und Logistiker:innen notwendig. Hierfür wollen wir eine Bestell- und Logistikplattform aufbauen, die durch die Verknüpfung von Mikro- und Makro-Logistik eine Liefer- und Qualitätssicherheit bietet. Gleichzeitig können Lieferungen so gebündelt werden und eine nachhaltige und effiziente Logistik aufgebaut werden.
Ein großes Problem ist die fehlende regionale Weiterverarbeitung. Neben einer schrumpfenden Zahl an Bäckereien, Metzgerein und Käsereien, sind auch regionale Getriedelager, Mühlen und Molkereien Stationen in der Weiterverarbeitung, die regional nur noch selten vorhanden sind. Gleichzeitig braucht es die Vorverarbeitung von bspw. Gemüse, Kartoffeln oder Getreide, die wieder in der Region angesiedelt werden müssen. Gemeinsam mit Akteuren aus der Region wollen wir solche Verarbeitungsstrukturen für Oberfranken wieder aufbauen.
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